Korrektur der Kurzsichtigkeit
Zerstreuende Linsen verlängern den Weg des Lichts vor der Bündelung.
Um diesen Sehfehler zu korrigieren, wird dem Auge eine Linse vorgeschaltet. Bei der Kurzsichtigkeit sind es zerstreuende (konkave) Linsen. Diese zerstreuenden Linsen arbeiten mit dem Auge zusammen und verlängern den Weg des Lichts vor der Bündelung. So kann eine genau auf die Sehschärfe des Kurzsichtigen angepaßte Brille eine Lichtbündelung genau in der Fovea centralis, im Punkt des schärfsten Sehens, herbeiführen. Bei der Kurzsichtigkeit wird die Stärke der Brillengläser mit einem negativen Vorzeichen versehen, z. B. -3 dpt (Dioptrien). Sieht man einen Brillenträger von vorn an, so kann man meistens erkennen, ob er kurz- oder weitsichtig ist. Bei kurzsichtigen Brillen erscheinen die Wangen und die Schläfen ein wenig nach innen versetzt. Die Augen sehen, insbesondere bei starker Kurzsichtigkeit, klein aus.
Kontaktlinsen können mit einer Brille kombiniert werden.
Bei starker Kurzsichtigkeit werden häufig Kontaktlinsen verschrieben. Die Voraussetzung dafür ist aber, daß ein ausreichender Tränenfilm vorhanden ist, denn die Kontaktlinse muß auf diesem Tränenfilm "schwimmen". Ist dieser Tränenfilm nicht vorhanden, so besteht die Gefahr, daß die Kontaktlinse sich an der Hornhaut festsaugt. So können irreparable Schäden an der Hornhaut entstehen. Bei vielen Kurzsichtigen führt die Kontaktlinse zu einer besseren Sehschärfe, als die Brille. Auch Kombinationen sind möglich.
Funktionelles Augentraining ist keine Therapie.
Eine kurzzeitige Besserung der Sehfähigkeit kann möglicherweise auch durch funktionelles Augentraining erreicht werden. Dieses Sehtraining ohne Brille ist aber nicht als Therapie anzusehen und bewirkt auch nur in engen Grenzen und vorübergehend Besserungen. Worauf diese Besserungen beruhen, ließ sich bisher aber wissenschaftlich nicht einwandfrei nachweisen. Eine wirkliche Verbesserung wird nicht erzielt, wobei die Trainingsstunden selbst in der Regel sehr kostenintensiv sind.
Die Wirksamkeit von Medikamenten ist bisher nicht erwiesen.
Immer wieder wurde und wird versucht, durch den Einsatz von Medikamenten die Kurzsichtigkeit zu beeinflussen. Ein Medikament, daß die Kurzsichtigkeit aufhält oder gar rückbildet ist bisher nicht gefunden worden .
Operationen sind die letzte Möglichkeit in Ausnahmefällen.
Operative Eingriffe sind immer erst die letzte Korrekturmöglichkeit, die in Betracht kommt. Sie sind, nach Brille und Kontaktlinse, sozusagen "dritte Wahl". Jede Operation bedeutet in der Regel, daß eine Korrektur am Auge vorgenommen wird, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Sie muß daher wohl überlegt sein. |